Einladung zur Veranstaltung mit Sandro Huber am 20.02.2026:
VILLA HEINRICH – Befragung der Werkzeuge und Befragung der Gedanken

Als „Ende des neolithischen Zeitalters“ bezeichnete Klaus Heinrich die digitale Mobilisierung sämtlicher Lebensbereiche, und sah sich selbst als Angehörigen einer darin untergehenden Zivilisation. Denken war für ihn eine ortsgebundene Tätigkeit, allein schon wegen der Bücher. In steter Sorge um die statisch sichere Aufstellung seiner Bibliothek ließ er daher nach Plänen der Architekten Günter und Horst Kurnitzky jenes Steglitzer Haus errichten, in dem heute die von ihm und seiner Frau Renate begründete Stiftung ihren Sitz hat. Da hängen Piranesi-Stiche neben Ansichten von Schinkel-Bauten, und das von Figurinen bevölkerte Arbeitszimmer des Professors erinnert an jenes des Haus-Heiligen Sigmund Freud. Dicht an dicht stehen hier die Relikte eines Lebensstils, dessen intellektuelle Präsenz auch das Private durchdringt: Wohnen als fortwährende Selbstanalyse. Auch nach dem Tod des Stifterehepaars stellen diese Räume Ansprüche und Fragen dar. Was war das einmal: West-Berlin? Worin bestand sein utopischer Gehalt – und was ist davon noch da?
Als erster Stipendiat der Klaus und Renate Heinrich-Stiftung hat Sandro Huber drei Monate lang Gestalt und Inhalt der „Villa Heinrich“ dokumentiert und durchgearbeitet. Zum Abschluss des Stipendiums gibt er nun erste Einblicke in den schriftlichen und materiellen Nachlass von Klaus und Renate Heinrich.
20.02.2026, 18 Uhr in der Klaus und Renate Heinrich-Stiftung. Die Plätze sind begrenzt, um Anmeldung unter kontakt@klausundrenateheinrich-stiftung.de wird daher gebeten.
Die Sonderausgabe Arbeiten mit Klaus Heinrich der Zeitschrift Signorelli – Psychoanalyse und Kulturtheorie ist erschienen.
Die Ausgabe versammelt Beiträge von Ulrike Brunotte, Marion Steinicke, Manfred Bauschulte, Rolf Bossart und Jakob Helmut Deibl, die auf den Vorträgen der Tagung Arbeiten mit Klaus Heinrich – Stoffe, Genealogien und Methoden im Juni 2023 an der Internationalen Psychoanalytischen Universität in Berlin basieren. Zudem finden sich ein Beitrag von Christian Obermüller zu Dynamiken im Antisemitismus sowie ein Gespräch mit Manfred Bauschulte über Klaus Heinrichs Interesse an der Renaissance.
Besonders hinweisen möchten wir auf die weitgehend unveröffentlichten Zeichnungen von Klaus Heinrich, die in dieser Ausgabe ebenfalls zu sehen sind und von der Stiftung bereitgestellt wurden.
Weitere Informationen zu den einzelnen Beiträgen und zur Zeitschrift finden sich auf der Website der Gesellschaft für Psychoanalyse und Kulturtheorie e.V. Erwerben können Sie die Signorelli in ausgewählten Berliner Buchläden und online. Eine Übersicht dazu finden Sie hier.

Die Coney Island Amateur Psychoanalytic Society 1926-1972 Künstlergespräch mit Zoe Beloff am 22.06.25
Am 22.05.25 hat die New Yorker Künstlerin Zoe Beloff ihre Arbeit über die Geschichte und Ideen der Coney Island Amateur Psychoanalytic Society in der Klaus und Renate Heinrich-Stiftung vorgestellt. Die Society galt lange Zeit als urbaner Mythos, der seinen Ausgangspunkt in Sigmund Freuds Besuch des Vergnügungsparks „Dreamland“ in Coney Island 1909 nimmt. Ihre Mitglieder waren Arbeiterinnen und Arbeiter mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, die im Schatten des berühmten Vergnügungsparks von Coney Island zusammenkamen. Sie alle waren von dem Wunsch erfüllt, an der Psychoanalyse als einer der großen intellektuellen Bewegungen des 20. Jahrhunderts teil zu haben. Sie verstanden die Psychoanalyse sowohl poetisch als auch politisch und inszenierten ihre Träume filmisch neu als mutige Erkundungen ihres Innenlebens. Beloff hat in ihrem Vortrag die Arbeit der Coney Island Amateur Psychoanalytic Society auch ins Verhältnis zu anderen radikalen Kunstschaffenden und Psychoanalytikern der Epoche gesetzt. Im Anschluss wurden einige „Traumfilme“ der Society gezeigt und es fand eine lebhafte Diskussion mit den zahlreich in den Räumlichkeiten der Stiftung erschienen Gästen statt.

Einladung:
Die Coney Island Amateur Psychoanalytic Society 1926-1972 Künstlergespräch mit Zoe Beloff am 22.06.25 (in engl. Sprache)

Die New Yorker Künstlerin Zoe Beloff wird ihre Arbeit über die Geschichte und Ideen der Coney Island Amateur Psychoanalytic Society vorstellen. Die Society galt lange Zeit als urbaner Mythos. Ihre Mitglieder waren Arbeiterinnen und Arbeiter mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, die im Schatten des berühmten Vergnügungsparks von Coney Island zusammenkamen. Sie alle waren von dem Wunsch erfüllt, an der Psychoanalyse als einer der großen intellektuellen Bewegungen des 20. Jahrhunderts teil zu haben. Sie verstanden die Psychoanalyse sowohl poetisch als auch politisch und inszenierten ihre Träume filmisch neu als mutige Erkundungen ihres Innenlebens. Beloff wird die Arbeit der Coney Island Amateur Psychoanalytic Society auch ins Verhältnis zu anderen radikalen Kunstschaffenden und Psychoanalytikern der Epoche setzen. Im Anschluss werden einige „Traumfilme“ der Society gezeigt.
22.06.2025, 18 Uhr in der Klaus und Renate Heinrich-Stiftung. Die Plätze sind begrenzt, um Anmeldung unter dankeiris@gmail.com wird daher gebeten.

Zoe Beloff ist Künstlerin und Filmemacherin. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Whitney Museum, MoMA, Centre Pompidou und auf der Berlinale ausgestellt.
Bekanntgabe des Essay-Preisträgers 2024/25
Wir gratulieren dem diesjährigen Gewinner des Essaypreises der Klaus und Renate Heinrich-Stiftung – Steffen Georgi.
Unter der Fragestellung Sinnsuche und Selbstzerstörung: Wohin treibt unsere Zivilisation? luden wir die Leserinnen und Leser erneut ein, sich an einem Essay-Wettbewerb zu beteiligen. Aus einer Vielzahl an interessanten und originellen Einsendungen hat die Jury den Essay von Steffen Georgi unter dem Titel Beckett in Leuna oder die Kunst, sein Ziel aus den Augen zu verlieren nun als besonders herausragend ausgewählt und prämiert – hierzu gratulieren wir Herrn Georgi herzlich und freuen uns, dass der prämierte Essay erneut in der Zeitschrift Lettre International veröffentlicht werden wird.
Zugleich bedanken wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die vielfältigen und anregenden Auseinandersetzungen mit der diesjährigen Essay-Frage.